und dann

…verschluckt.

Das war ich, lange. Vom Leben – oder was war das, was ist das eigentlich? Was ist das Leben, wenn es sich anfühlt wie ein zäher Schleim, den man nicht mehr abschütteln kann?

Es ist wohl immer noch das Leben. Mein Leben. Und ich liebe mein Leben, ich häng an ihm, sehr, ich will es leben, will lachen, tanzen, genießen, singen, kämpfen, fallen und aufstehen, weinen und mich wieder sammeln, schlafen gehen, und aufstehen als ob ein neuer Tag in neuer frische bevorsteht. Ich will Kraft haben, Energie, will durch den Tag gehen und hinterher noch was in der Batterie haben, Arbeit gut schaffen und dann noch die Kinder genießen.

Nur das, mehr will ich gar nicht.

Ist doch gar nicht so viel, oder?

Die Realität, die schwammige, ist die, dass ich mich teils kaum gerade auf den Beinen halten kann.

Nicht weil die keine Kraft haben, nein nein, mein Körper ist tatsächlich recht kräftig, was die Muskeln angeht… der eigentliche Motor ist kaputt. Die Quelle, die Hauptsteuerung, die hat einen Knacks, und funktioniert nicht mehr richtig.

Manchmal setzt sie einfach aus, und der Schwindel übernimmt, dieses Schwammige etwas, was sich einfach über mich legt, ohne Vorwarnung, voila, da ist es, hier hast du es, deal with it. Und alles schwankt, jede Minute wird zu einer ausgedehnten Ewigkeit, der Raum schließt sich um mich, und die Angst kommt, die vermeintliche Atemnot, das ichmusshierraus-Gefühl,das Herzklopfen, die leichte Panik…

und funktionieren wird unmöglich.

Wenn das Leben nun aber daraus besteht, aus diesem Funktionieren, aus machen und tun, fahren und laufen, her und hin, mich oder die anderen, Termine einhalten, Etiketten bewahren, und vor allem den Schein, an mancher Stelle; Essen machen und wegräumen, säubern was man gerade eingesaut hat, Wäsche wieder und wieder waschen, und hey, das hattest du doch nur 10 Minuten an, warum liegt es schon wieder im Wäschekorb… Frust aushalten, jeden Tag, manchmal jede Minute, Lärm, Geräusche, oh so viele Geräusche…. liebt dein Sohn Fingerskateboards? Nein? Glück gehabt… Geschrei, Geklacker und Gepupse, nirgendwo ist man sicher, nirgendwo allein, keine Tür, oh wie sehr fehlt mir eine Tür…ins Bett bringen bis halb 9, und seit 7 ist eigentlich jede letzte Nervenzelle zerrissen…

Das ist funktionieren. Pur. Nicht leben. Das ist durchhalten, ÜBERleben.

Und manchmal bleibt das System, also das eigene, einfach stehen und geht nicht mehr weiter. Es hört auf zu funktionieren. Produziert auf einmal Gefühle und Emotionen, Zustände, auch körperlich, die es unmöglich machen weiter zu funktionieren. Aus Schutz vor dem Totalausfall. Vor dem Zerfall. Vor dem nichtsgehtmehr.

Und dann?

Und dann wird es schwierig. Sehr schwierig. Denn wie kommt man aus einem Burnout, aus einem daswarmirjetztalleswirklichzulangzuviel, wenn man trotzdem weiter funktionieren muss, für das Geld, für die Kinder, für den Alltag, jeden Tag, keine Ausnahme?

Eben.

Und dann. Dann sieht das Leben auf einmal nicht mehr so bunt aus. Dann hab ich Angst… viel Angst… dass ich es nicht mehr lange so schaffe, dass ich an einem Punkt bin, wo sich drastisch was ändern muss, doch ich weiß nicht was, nicht wie, weiß gar nichts mehr.

Außer dass ich müde bin. SO, so müde.

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